KOMITAS – MANSURIAN – KASHKASHIAN – HILLIARD ENSEMBLE – U.A.
Religiöse wie weltliche Lieder prägen die armenische Musiktradition bis heute. In vielen alten Liedern, aber auch in zahlreichen zeitgenössischen Kompositionen finden sich klagende Stimmen, die aus einer unendlichen Stille zu entstehen scheinen. Die bedeutendste Figur der armenischen Musik ist Komitas (1869–1935) – Priester, Musikwissenschaftler und Komponist –, der durch seine Sammlung des armenischen Liedguts das reiche Erbe dieses Volkes bewahrt hat. An seinen Liedern haben sich viele Komponisten Armeniens orientiert.
Tigran Mansurian, für den Komitas die wichtigste armenische Inspirationsquelle ist, hat eine Vielzahl von Werken für Chor geschaffen. Doch auch seine Kompositionen für Viola, die aus der Zusammenarbeit mit Kim Kashkashian entstanden sind, lassen in ihrem Klang oft an menschliche Stimmen denken, deren Eindringlichkeit man sich kaum mehr entziehen kann (siehe Eröffnungskonzert am 31.10.). Ebenso basieren seine Streichquartett-Kompositionen teilweise auf der Rhythmus- und Intonationsreihe der Schmerz-, Klage- und Flüsterstimmen, die von der armenischen Sprache herrühren (siehe Konzert am 4.11.).
Neben Tigran Mansurians Werk stellt Culturescapes das Schaffen weiterer armenischer Komponisten vor, u.a. von Awet Terterian, David Haladijan, Ashot Zohrabian, Martun Israelyan oder Vache Sharafyan. Viele von ihnen haben sich in ihrem Werk mit der armenischen Lied- und Gedichttradition auseinandergesetzt. (siehe Konzerte am 5.11. und 20.11.).
