Filme
01|11|07 BIS 30|11|07
ZUM LACHEN TRAURIGES RUMÄNIEN
Kuratoren: Beat Schneider (Kino Xenix, Zürich) und Nicole Reinhard (Stadtkino Basel)

- Szene aus: «The oak» (Balanţa) von Lucian Pintilie, Frankreich/Rumänien 1992
01|11|07 BIS 18|11|07 // FILMREIHE
HOMMAGE AN LUCIAN PINTILIE
Der 1933 geborene Lucian Pintilie ist einer der Autoren, die den Aufbruch des rumänischen Films in den sechziger Jahren mitprägten. Bereits sein Erstlingswerk «Sunday at Six» (1965), ein Agenten-Liebesfilm, war äusserst erfolgreich. Nicht nur seine soziale Satire «Reconstruction» (1968) führte zu einem Zerwürfnis mit der Partei, nach verschiedenen Warnungen wurde auch seine Inszenierung des Gogol-Theaterstückes «Der Revisor» verboten. Im daraufhin selbst gewählten Exil in Paris setzte Pintilie seine Karriere als Theater- und Filmregisseur fort, bis er mit der Wiedereinbürgerung 1990 die Leitung des Filmressorts im rumänischen Kulturministerium übernahm und weitere Filme in Rumänien drehte.

- Szene aus: «Forest of the Hanged» (Pădurea spânzuratilor) von Liviu Ciulei, Rumänien 1964
03|11|07 BIS 30|11|07 // FILMREIHE
JUWELEN AUS DER RUMÄNISCHEN FILMGESCHICHTE
Die rumänische Filmgeschichte ist bei uns ein blinder Fleck, obwohl verschiedene Filme bei internationalen Festivals mit grossen Preisen ausgezeichnet wurden. Ein wichtiges Werk des filmischen Kulturerbes «Forest of the Hanged» (1964) wird zur Zeit dank der durch Martin Scorsese dieses Jahr in Cannes ins Leben gerufenen World Cinema Foundation in Zusammenarbeit mit dem National Film Archive of Romania restauriert (der Film wird glücklicherweise schon heute in einer vom Regisseur authorisierten Kopie präsentiert). Als Streiflichter auf die reiche Filmgeschichte zeigen wir neben dem surrealen Popmärchen «The White Moor» (1965) von Ion Popescu-Gopo (der für seine Animation «A Short History» bereits 1956 eine Goldene Palme erhielt) u.a. «The Chase» (1975) von Mircea Daneliuc, der, gegen alle Widerstände von Zensoren, über Jahrzehnte die Filmlandschaft Rumäniens bereicherte.

- Szene aus: «Videogramme einer Revolution» von Harun Farocki und Andrei Ujica, Rumänien 1992
04|11|07 BIS 15|11|07 // FILMREIHE
REVOLUTION VON 1989 UND DEKRET 770
Wut und Kraft der rumänischen Bevölkerung nach 24 Jahren Herrschaft Nicolae Ceausescus machen Harun Farocki und Andrei Ujica in «Videogramme einer Revolution» (1992) sichtbar. Die beiden Filmemacher greifen auf die Archivbilder des staatlichen TV-Senders zurück, den Demonstranten vom 21. Dezember 1989 an während 120 Stunden besetzten und mit ihren Sendungen als historischen Ort etablierten. Ebenfalls mit vielen Originaldokumenten zeichnet Florin Iepan in «Children of the Decree» (2005) die Folgen des durch Ceausescu 1966 eingeführten Dekretes 770 nach, mit dem der Diktator Abtreibungen verbot und die Geburtenrate zu fördern versuchte.

- Corneliu Porumboiu, Regisseur von «12:08 East of Bucharest» (A fost sau n-a fost?)
12|11|07 // 18.30 // FILMREIHE // KURZFILME I
19|11|07 // 18.30 // FILMREIHE // KURZFILME II
in Anwesenheit von Regisseur Corneliu Porumboiu
14|11|07 BIS 28|11|07 // FILMREIHE //
JUNGE GENERATION VON FILMEMACHERN
AM 19|11|07 in Anwesenheit von Regisseur Corneliu Porumboiu
AM 23|11|07 in Anwesenheit von Regisseur Cristi Puiu
Mit Cristian Mungiu (*1968), Cristi Puiu (*1967), Corneliu Porumboiu (*1975) oder dem leider viel zu früh verstorbenen Cristian Nemescu (1979–2006) hat eine junge Generation von Filmemachern eine bemerkenswerte Fülle von Kurz- und Langfilmen hervorgebracht: Sie befassen sich mit der Verquickung von historischen Gegebenheiten und individuellen Sehnsüchten («California Dreamin’ (Endless)»), beleuchten die Revolution von 1989 aus verschiedenen Blickwinkeln («12:08 East of Bucharest», «The Paper will be Blue» (nur in Zürich zu sehen)) oder setzen sich auf originelle Weise mit dem gesellschaftlichen Umbruch im Postkommunismus auseinander («Occident», «Trafic», «The Death of Mister Lazarescu», «Humanitarian Aid»).