Musik

George Enescu © Museum George Enescu Bukarest

14|11|07 // 20.00 // MARTINSKIRCHE

ERÖFFNUNGSKONZERT

GRUSSWORTE
Guy Morin Regierungsvizepräsident und Vorsteher des
Justizdepartements Kanton BS
Niggi Ullrich Kulturbeauftragter Kanton BL


KAMMERORCHESTER BASEL
George Enescu Kammersymphonie op. 33 in E-Dur (1954)
GRIGORE LESE BUKAREST
Mioriţa
Horia-Roman Patapievici Präsident des rumänischen
Kulturinstituts Institutul Cultural Român


STAVROPOLEOS CHOR BUKAREST
Byzantinische Musik
Gabriel Constantin Oprea, Leitung

 

Horia-Roman Patapievici, einer der profiliertesten Philosophen Rumäniens und Präsident des Institutul Cultural Român, erläutert die kulturelle Bedeutung des rumänischen Volksgedichts «Miorita», eine epische Ballade mit Motiven aus dem Hirtenleben, die in ihrer archaischen Bedeutung mit der des «Nibelungenlieds» vergleichbar ist.

George Enescu (1881–1955), dessen kompositorisches Schaffen den Höhepunkt
der klassischen Musik Rumäniens darstellt, komponierte die Kammersinfonie
für zwölf Instrumente in seinen letzten Lebensmonaten. Beeinflusst von musikalischen und thematischen Einflüssen aus früher Jugend, ist diese Komposition aus heutiger Sicht als sein musikalisches Vermächtnis zu sehen. Eine der wenigen orthodoxen Kirchen Rumäniens, in der noch heute die jahrhundertealte Tradition der byzantinischen Kirchenmusik lebendig ist, ist die Stavropoleos Kirche im Herzen Bukarests. Der Stavropoleos Chor macht die in den überfüllten Gottesdiensten gesungene Musik einem breiten Konzertpublikum
bekannt.

Bianca und Remus Manoleanu

16|11|07 // 20.00 // GARE DU NORD

TRANSSYLVANISCHE UND RUMÄNISCHE LIEDER
Bianca Manoleanu, Sopran // Remus Manoleanu, Klavier

 

Neben internationalen Konzertauftritten mit Orchestern und einem klassischen Liedrepertoire, interpretiert die Sopranistin Bianca Luigia Manoleanu mit ihrem Mann Remus Manoleanu am Klavier auch zeitgenössische rumänische Lieder. Bianca Manoleanu unterrichtet Gesang an der Nationalen Universität für Musik in Bukarest.

Irina Ungureanu

16|11|07 // 22.00 // GARE DU NORD
IRINA UNGUREANU SOLO
Irina Ungureanu, Gesang

 

Irina Ungureanu (*1984) kam durch die rumänische Volksmusikgruppe ihres Vaters sehr früh mit der Bühne in Kontakt. In ihrer stimmlichen Arbeit geht sie vielfältige Wege: freie Improvisation, zeitgenössische Musik, rumänische Volksmusik, Liedgesang und Theatermusik. Mit ihrem breiten Repertoire war Irina Ungureanu u.a. am Jazz Festival Montreux und in Bukarest mit Künstlern wie Stephan Eicher und Fritz Hauser zu hören.

Stefan Niculescu © Dan Piersinaru

17|11|07 // 20.00 // GARE DU NORD // In Zusammenarbeit mit der IGNM Basel
PORTRAITKONZERT STEFAN NICULESCU
Ensemble Profil

 

Stefan Niculescu (*1927), vielfach preisgekrönter Komponist, Musikwissenschaftler und Pädagoge, studierte in den vierziger Jahren bei bedeutenden rumänischen Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit. In den sechziger Jahren nahm er an den Darmstädter Ferienkursen von Ligeti und Stockhausen teil, studierte in München bei Kagel und beschäftigte sich im Siemens-Studio mit elektronischer und elektroakustischer Musik. Heute zählt Niculescu zu den renommiertesten Komponisten für zeitgenössische Musik in Rumänien. Niculescus Schüler Horatiu Radulescu (*1942) komponiert archaische, kosmisch anmutende Musik. Mit der Erschaffung seiner Klangwelten geht für Radulescu eine radikale Absage an tradierte musikalische Notationssysteme und Ordnungsprinzipien einher.

Mircea Ardeleanu

22.00 // GARE DU NORD
TANZ DER UNENDLICHKEIT

 


Mircea Ardeleanu, Perkussion
Horaţiu Rădulescu the origin (1997) // Anatol Vieru Poveste (1993)
Horaţiu Rădulescu Outer Time (1980)

 

Niculescus Schüler Horaţiu Rădulescu (*1942) komponiert archaische, kosmisch anmutende Musik. Mit der Erschaffung seiner Klangwelten geht für Rădulescu eine radikale Absage an tradierte musikalische Notationssysteme und Ordnungsprinzipien einher.

Dan Dediu © Dan Piersinaru

18|11|07 // GARE DU NORD

11.00 // IDYLLEN UND GUERRILLEN
Ion Bogdan Stefanescu, Flöte // Emil Visenescu, Klarinette // Diana Mos, Violine // Valentina Sandu-Dediu, Klavier // Dan Dediu, Klavier
20.00 // HÉTEROPHONIES
Ensemble Profil

 

Die Gründung des Ensemble Profil im Jahre 2003 wurde durch die Ernst von Siemens Stiftung München ermöglicht. Das Bukarester Ensemble, das sich unter der Künstlerischen Leitung von Dan Dediu als Experimentierwerkstatt für zeitgenössische rumänische Musik versteht, ist in seiner Ausstrahlung mit so renommierten Musikformationen wie Ensemble InterContemporain und Ensemble Modern vergleichbar. Von einzelnen Mitgliedern und dem gesamten Ensemble werden Werke der vier bedeutenden zeitgenössischen Komponisten Myriam Marbe, Anatol Vieru, Ştefan Niculescu und Tiberiu Olah und Tondichtungen der jüngeren Generation von Doina Rotaru, Carmen Maria Cârneci und Violeta Dinescu zu hören sein.

Doina Rotaru © Dan Piersinaru

20|11|07 // 20.00 // BURGHOF LÖRRACH
VOKAL- UND INSTRUMENTALMUSIK AUS RUMÄNIEN
Bucharest Metropolitan Ensemble

 

Grosse rumänische Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Myriam Marbe, Aurel Stroe, Anatol Vieru und Stefan Niculescu sowie Werke der neuesten Komponistengeneration um Violeta Dinescu, Doina Rotaru und Tiberiu Olah werden vom Bucharest Metropolitan Ensemble zu hören sein. Ein halbes Jahr nach der Gründung verpflichtete der amerikanische Regisseur Francis Ford Coppola das Orchester für seinen Film «Youth Without Youth» (2007). In diesem Jahr stellt das Bucharest Metropolitan Ensemble auch in der Europäischen Kulturhauptstadt Sibiu, Hermannsstadt, die Vielfalt der rumänischen Vokal- und Instrumentalmusik vor.

 

Nicolas Simion

23|11|07 UND 24|11|07 // THE BIRD’S EYE JAZZ CLUB

SETBEGINN 21.00 UND 22.30 // TRANSYLVANIAN GROOVES
Nicolas Simion Group

23|11|07 // 18.00 BIS 19.30 // WORKSHOP BALKAN-JAZZ

 

Nicolas Simion, 1959 in den Karpaten geboren, absolvierte ein klassisches Musikstudium in Bukarest. Er entwickelte eine Vorliebe für improvisierte Musik und gründete in den frühen achtziger Jahren seine erste Band, die schnell zur erfolgreichsten Jazzformation des Landes aufstieg. Kraftvoll, urwüchsig, vor Energie vibrierend und dennoch sehr melodisch ist Simions Saxophonspiel. Béla Bartók hat ebenso Einfluss auf seine Musik genommen wie die Melodien und Rhythmen aus der Folklore seiner rumänischen Heimat. Simion lässt seine Jazzklänge mit amerikanischem Bebop, Hardbop, Funk, mit Elementen aus der Weltmusik und freien Improvisationen verschmelzen.

Aurel Stroe

24|11|07 // GOETHEANUM

16.30 // GESPRÄCHSKONZERT
Sorin Petrescu (Klavier) und Aurel Stroe (Komposition)

20.00 // DIE EUMENIDEN – EINE OFFENE STADT
Bucharest Metropolitan Ensemble

 

Aurel Stroe (*1932) greift in seiner dreiteiligen Kammeroper «Die Trilogie der geschlossenen Stadt – eine neue Orestie» zurück auf Aischylos' Tragödienstoff, der die Entwicklung vom Prinzip der individuellen Rache zu einem demokratischen Rechtsverständnis nachzeichnet. Schon als Jugendlicher entwirft Stroe eine erste Kompositionsidee zu den «Eumeniden», nachdem er in einem Bukarester Wohnblock Menschen beobachtet, die das Diktatorenpaar Ceaucescu im gleichgeschalteten Fernsehprogramm sehen. «Die Eumeniden», den dritten Teil, der in einer halbszenischen Aufführung zu sehen sein wird, und mit neun Sängern und einem Saxophon ungewöhnlich besetzt ist, komponiert Stroe 1985.
Im selben Jahr verlässt er das Ceaucescu-Regime in Richtung Amerika.

Myriam Marbe

25|11|07 // 18.00 // MÜNSTER BASEL

SCHÄFERS PAVANE …
Nicoleta Paraschivescu, Orgel

 

Die in Transsylvanien entstandene Orgelmusik steht in enger Verbindung mit der Kultur der Siebenbürger Sachsen und ihrem lutherischen Glauben. Gleichzeitig sind kulturelle Impulse aus der näheren und weiteren Umgebung spürbar. Einige der in Siebenbürgen geborenen Musiker haben ausserhalb ihrer Heimat studiert, andere kamen aus dem Ausland nach Transsylvanien. Eine Ausnahme bildet Myriam Marbe (1931–1997), die aus Bukarest stammte und zeitlebens in Rumänien geblieben ist. Sie gehört zur «goldenen Generation» der rumänischen Komponisten. Nicoleta Paraschivescu, die in Basel lebt und wirkt, spielt Orgelmusik aus verschiedenen Epochen aus ihrer Heimat Rumänien.

Trio Contraste

25|11|07 // 20.00 // GARE DU NORD

TABU SUITE
Trio Contraste

 

Etablierte zeitgenössische Musik aus Rumänien stellen Ion Bogdan Stefanescu, Soloflötist beim Bukarester Philharmonischen Orchester George Enescu, Sorin Petrescu und Doru Roman, Klaviersolist und erster Perkussionist beim Philharmonischen Orchester Timisoara, vor. 1990 wurden die drei Ausnahmemusiker als Trio Contraste mit dem Staatspreis des rumänischen Komponistenverbandes ausgezeichnet. Das Trio gastiert weltweit auf zahlreichen, bedeutenden Festivals.

Shukar Collective

27|11|07 // 20.00 // BURGHOF LÖRRACH
SHUKAR COLLECTIVE

 

Die Töne vom Balkan boomen: Eines der gewagtesten Experimente ist Shukar Collective mit den drei Romamusikern Napoleon, bekannt von Taraf de Haïdouks, Tamango und Claşic als musikalischem Kern. Mit rauem Gesang, staccatoartigen Anfeuerungsrufen, kombiniert mit den Rhythmen archaischer Instrumente wie Löffel, Rahmen- und Holztrommel halten sie die Musik der Ursari, der Bärenzähmerzunft, lebendig. Ins Hier und Jetzt wird diese Tradition durch ein flippiges Elektronikteam versetzt, zu dem der europaweit gefeierte DJ Vasile zählt. Die Idee, die hinter Shukar Collective steckt, besteht in der Reorchestrierung folkloristisch angehauchter Stücke mit zeitgemässen Technologien und Methoden, ohne deren Herkunft und Originalität zu verleugnen.

George Enescu © Museum George Enescu Bukarest

2|12|07 // 16.00 // LANDGASTHOF RIEHEN
In Zusammenarbeit mit Verein Riehen hilft Rumänien

VOCES
Voces Quartett

 

Im Jahr 1973 schlossen sich vier Musiker an der Musikakademie George Enescu in Iasi zum Voces Quartett zusammen. Als Staatsensemble des rumänischen Rundfunks legte das Voces Quartett eine Gesamtaufnahme des kammermusikalischen Schaffens von George Enescu vor. Pablo Casals sah in ihm «das grösste musikalische Phänomen seit Mozart», und für Yehudi Menuhin war sein Lehrer Enescu schlicht «das absolute Mass, nach dem ich andere beurteile». Neben George Enescu widmet sich das Voces Quartett mit Béla Bartók einer weiteren Grösse, deren musikalische Wurzeln im heutigen Rumänien zu finden sind.

© Dan Piersinaru

05|12|07 // 19.30 // MARTINSKIRCHE
In Zusammenarbeit mit der Reihe Kammermusik Um Halb Acht

GEISTLICHE UND WELTLICHE CHORMUSIK AUS RUMÄNIEN
Accoustic Chamber Choir

 

Das Singen von Weihnachtsliedern, den Colinden, ist ein wichtiger Bestandteil der rumänischen Weihnachtsfeierlichkeiten. Vom Substantiv «colinda» (Weihnachtlied) leitet sich das Verb «a colinda» ab, das ursprünglich durchkämmen und umherstreifen bedeutete. Die Colinden werden am Weihnachtsabend in den Strassen vor Hausfenstern gesungen, bis man die Sänger, oftmals Kinder, in den Häusern empfängt und bewirtet. Der Accoustic Chamber Choir versammelt die besten Sänger diverser rumänischer Chöre und erarbeitet sich seit einigen Jahren ein eigenes Profil. Beim Abschlusskonzert präsentiert der Accoustic Chamber Choir weltliche und geistliche Musik.